Der Ort hat Potential: Mitten im Grünen gelegen, abgeschirmt von den umliegenden Häusern lädt der Pavillon im Schützenmattpark zum Verweilen ein, auf ein Eis am Nachmittag, oder Glas Wein, ein Essen und vielleicht etwas Musik am Abend. Leider wird so wenig draus.

Solche Orte gibt es zu wenig in Basel. Und wenn es sie gibt, dann werden sie selbstverständlich stark reglementiert, die Anwohner möhten keinesfalls belästigt sein. Dagegen engagieren sich ja zum Glück schon einige. Nun gut – gehen wir halt nicht zu einer der ehemals legendären Salsa im Park Veranstaltungen (ich muss Eigeninteresse deklarieren – meine Cousine hat die damals mitorganisiert, macht aber nichts, sie finden ja nicht mehr statt), sondern auf ein Glas Bier und etwas Feines zu Essen an einem warmen Sommer-Freitagabend in das Restaurant Pavillion.

Das Bier schmeckt und mildert den Schock, der einen bei der Lektüre der Menükarte trifft. Mannomann, das Lokal macht auf Oberklasse-Italiener. Die Vorspeisen sind zwischen 10 und 20 Franken, die Pastaklasse liegt ca. 10 Franken darüber, nach oben abgerundet von den Fleisch- und Fischgerichten, die dann gerne auch mal 39 Franken kosten dürfen. Weil man sich ja sonst nichts gönnt, und Wochenende ist, und überhaupt, bestellen wir: Einen Bruschetta-Teller geteilt (zu 12.-), und dann Pappardelle alle gamberi (28.-) und Saltimbocca alla Romana (35.-).

Die Bruschetta waren gut, wenn auch etwas heftig mit Knoblauch gewürzt. Was danach kam, war traurig. Den Pappardelle sah man an den ausgetrockneten Stellen das Erwärmen in der Mikrowelle an, und das Saltimbocca wurde lieblos in einer Weissweinsauce ertränkt. Das Saisongemüse entpuppt sich als Broccoli (im Juli!) und Zuchetti, die allem Anschein nach in ungesalzenem Wasser blanchiert wurden. Als Tagesteller in der Kantine geht sowas anstandslos durch, aber für 35 Franken? Auch wenn der Sommer bisher eher verregnet war, kann man doch nicht den ganzen Verdienstausfall mit einem einzigen Teller zu kompensieren versuchen!

Fazit: Gerne wieder für ein Bier – aber lieber nach dem Essen.

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One Response to “Pavillon im Schützenmattpark: Gediegen essen – Fehlanzeige”

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